Beide Wege brauchen dieselben Schritte
Wer einen internationalen Physiotherapeuten einstellt, durchläuft immer dieselben Stationen: Auswahl, Sprache bis B2, Arbeitsvertrag, dann werden Gleichwertigkeitsprüfung und Visum beantragt. Auf den Bescheid der zuständigen Landesbehörde wartet man in jedem Fall mehrere Monate. Diese Wartezeit lässt sich nicht wegverhandeln.
Der entscheidende Unterschied zwischen den Anbietern ist deshalb nicht, ob diese Monate anfallen. Sondern wo die Kraft sie verbringt und was sie in dieser Zeit tut.
Klassischer Weg: früh einreisen, spät voll arbeiten
Im klassischen Modell reist die Kraft so früh wie möglich ein. Das klingt nach einem Vorteil, denn sie ist ja schon da. Tatsächlich beginnt damit die teuerste Phase des gesamten Projekts:
- Anpassungslehrgang statt Behandlungsplan: In der Regel etwa sechs Monate, oft länger, arbeitet die Kraft drei Tage und sitzt zwei Tage in der Schule. 40 Prozent der Kapazität fehlen jede Woche.
- Volles Gehalt, eingeschränkte Wertschöpfung: Bis zur Berufserlaubnis ist die Kraft nicht eigenständig auf Heilmittelverordnung abrechenbar. Die Einrichtung trägt die Differenz.
- Lernen im Kulturschock: Neues Land, neue Sprache, Prüfungsdruck und Berufsalltag gleichzeitig. Das verlängert Lernwege und erhöht das Abbruchrisiko, mitten auf Kosten des Arbeitgebers.
Campus-Weg: später einreisen, sofort ankommen
Das Campus-Modell dreht die Reihenfolge um. Die Monate bis zum Behördenbescheid verbringt die Kraft nicht in Ihrer Einrichtung, sondern im Campus im Herkunftsland: Sprache von B1 auf B2, Fachvokabular, deutsche Behandlungsstandards, gezieltes Training auf die Kenntnisprüfung. Vollzeit und ohne Ablenkung, während Visum und Gleichwertigkeitsverfahren parallel laufen.
Eingereist wird erst, wenn die Kraft prüfungsreif ist. Danach folgt die Kenntnisprüfung in vier bis acht Wochen, anschließend die volle Berufserlaubnis. Aus Monaten eingeschränkter Übergangszeit werden Wochen.
Einreise vor der Vorbereitung
- Frühe Einreise mit B1 oder B2
- Anpassungslehrgang in Deutschland
- Drei Tage Arbeit, zwei Tage Schule
- Nicht eigenständig abrechenbar
- Volles Gehalt ab Tag 1, volle Leistung erst nach Monaten
Vorbereitung vor der Einreise
- 8 bis 10 Monate Campus im Herkunftsland
- Verfahren laufen parallel zur Vorbereitung
- Einreise erst bei Prüfungsreife
- Kenntnisprüfung 4 bis 8 Wochen nach Einreise
- Danach fünf Tage Behandlungsplan, voll abrechenbar
Die Rechnung dahinter
Konservativ gerechnet, nur mit dem tatsächlichen Ausfall der zwei Schultage pro Woche, ergibt die Modellrechnung auf unserer Übersichtsseite: Die Campus-Kraft ist rund vier Monate früher voll einsatzfähig, der Unterschied beträgt rund 8.000 Euro pro Kraft. Wer den eigenen Deckungsbeitrag je Stelle kennt, kann dort mit den eigenen Zahlen rechnen. Zur Einordnung: Eine unbesetzte Physiostelle kostet in der Modellrechnung rund 5.000 Euro Deckungsbeitrag pro Monat.
Zur Transparenz: Die Werte sind eine Modellrechnung und dienen der Orientierung. Ob die Behörde eine reine Kenntnisprüfung oder Ausgleichsmaßnahmen verlangt, hängt vom Einzelfall und vom Bundesland ab. Den Prüfungstermin vergibt die zuständige Behörde, ein festes Datum lässt sich nicht zusichern.
Modellannahmen und Rechner: p2hvs.de/campus-physiotherapieWorauf Entscheider achten sollten
Die wichtigste Frage an jeden Anbieter internationaler Physiotherapeuten lautet: In welchem Zustand reist die Kraft ein, und wie lange dauert es bis zur vollen Abrechenbarkeit? Diese eine Antwort bestimmt, wie viele Monate eingeschränkter Einsatz auf Ihre Kostenseite wandern.
Eine Kraft, die prüfungsreif ankommt, ist nicht nur schneller produktiv. Sie startet auch stabiler: vorbereitet auf Sprache, Standards und Prüfung, statt alles gleichzeitig im neuen Land lernen zu müssen.
Was eine offene Stelle in der Wartezeit kostet: Was eine unbesetzte Physiostelle wirklich kostet →
Reden wir über Ihre Reihenfolge
Ein 30-minütiges Erstgespräch, unverbindlich. Sie schildern Ihren Bedarf, Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung zum Zeithorizont für Ihr Haus.
← Zurück zur Übersicht