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Wirtschaftlichkeit

Was eine unbesetzte Physiostelle wirklich kostet

Entgangener Umsatz, Warteliste, Überstunden: die echten Zahlen hinter einer offenen Stelle, mit Quellen, die einer Prüfung standhalten.

304 Tage: Die Vakanz ist kein Ausreißer, sie ist der Normalfall

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht regelmäßig Analysen zu Fachkräfteengpässen. Physiotherapie gehört darin seit Jahren zu den Berufen mit den längsten Vakanzzeiten im gesamten Gesundheitswesen. Aktuell bleibt eine gemeldete Physiotherapeuten-Stelle im Schnitt 304 Tage unbesetzt. Die Richtung ist eindeutig: 2023 waren es 253 Tage, 2024 schon 280 Tage. Wer heute ausschreibt, plant realistisch mit einem Dreivierteljahr Suche, und in vielen Regionen länger.

Dazu kommt: Es gibt schlicht nicht genug Bewerber. Auf jeden arbeitslos gemeldeten Physiotherapeuten kommen rechnerisch 2,61 offene Stellen. Bundesweit sind rund 11.979 Physiotherapie-Stellen unbesetzt, die größte Fachkräftelücke im Gesundheitswesen.

Vakanzzeit Physiotherapie: im Schnitt 304 Tage (2025), steigend seit Jahren. 2,61 offene Stellen je arbeitslosem Physiotherapeuten. Rund 11.979 unbesetzte Stellen bundesweit.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Engpassanalyse · IFK · Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Was eine offene Stelle jeden Monat kostet

Anders als in vielen Branchen ist die Rechnung in der Physiotherapie unangenehm direkt: Jeder unbesetzte Behandlungsplatz ist Umsatz, der gar nicht erst entsteht. Die Nachfrage wäre da. Mehr als jede zweite Praxis kann Ersttermine erst nach über vier Wochen vergeben (VPT-Umfrage). Die Warteliste ist also nicht das Problem, sie ist der Beweis: Es fehlt nicht an Patienten, es fehlt an Händen.

Konkret schlägt eine unbesetzte Stelle auf drei Wegen zu:

  • Entgangener Deckungsbeitrag: In einer Modellrechnung über entgangene Behandlungen an der Warteliste kostet eine unbesetzte Physiostelle rund 5.000 Euro Deckungsbeitrag pro Monat. Bei zehn Monaten Vakanz ist das ein fünfstelliger Betrag, der in keiner Kostenstelle auftaucht, weil er nie eingenommen wurde.
  • Überstunden und Verdichtung im Team: Das bestehende Team fängt auf, was geht. Das kostet Zuschläge, erhöht Fehlzeiten und treibt auf Dauer das Risiko, dass die nächste Kündigung von innen kommt.
  • Zuweiser und Patienten wandern ab: Wer keine Termine bekommt, ruft beim nächsten Mal woanders an. Auch verordnende Ärzte lernen schnell, welche Praxis aufnahmefähig ist. Dieser Schaden ist schwer zu beziffern und wirkt am längsten nach.

Der Multiplikatoreffekt: wenn aus einer Stelle zwei werden

Eine offene Stelle bleibt selten allein. Überlastete Stammkräfte kündigen häufiger, und jede neue Lücke startet die 304-Tage-Uhr von vorn. Wer nur über Stellenanzeigen besetzt, besetzt in zwei Jahren vielleicht zwei Stellen, eine nach der anderen. Das Grundproblem, ein leerer Bewerbermarkt, löst sich dabei nicht.

Vereinfachte Kostenstruktur: 10 Monate Vakanz

Entgangener Deckungsbeitrag (Modell: 5.000 €/Monat)rund 50.000 €
Überstundenzuschläge und Mehrbelastung Teammessbar
Abwanderung von Patienten und Zuweisernschwer bezifferbar, real
Risiko: Folgekündigungen durch Überlastunggrößtes Langfristrisiko
Fazit: Rekrutierungskosten sind meist günstiger als eine durchlaufende Vakanz

Was das für die Entscheidung bedeutet

Die Frage ist nicht, ob internationale Fachkräfte Geld kosten. Die Frage ist, was die Alternative kostet: Monat für Monat entgangener Umsatz bei voller Nachfrage, ein Team am Limit und eine Warteliste, die Patienten zur Konkurrenz schickt.

Entscheidend ist dabei die Abrechenbarkeit: Ein internationaler Physiotherapeut rechnet erst voll ab, wenn die Berufserlaubnis da ist. Eine Kraft, die nach der Einreise erst monatelang durch einen Anpassungslehrgang muss, arbeitet drei Tage und sitzt zwei Tage in der Schule. Eine Kraft, die prüfungsreif einreist, legt die Kenntnisprüfung nach vier bis acht Wochen ab und steht danach voll im Behandlungsplan.

Mehr dazu in unserem Beitrag: Warum der Einreisezeitpunkt über die Kosten entscheidet →

Rechnen Sie es mit Ihren Zahlen durch

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